Das Schwein bestimmt das Bewusstsein

Ein Berliner Student will die Fleischerzeugung umkrempeln

Grundstudium
Schwein1

Schwein 1 hat braune Augenbrauen und einen Fleck am Ohr. Es grunzt zufrieden. Es weiß nicht, dass der Schlachter gleich die Stromzange ansetzen wird. Dass es Momente später mit einer Kette am Hinterbein hochgezogen und per Stich in die Halsschlagader getötet wird. Dass aus ihm dann 123 Kilogramm Fleisch werden. 250 Gläser Wurst, 50 Schlackwürste, 40 Mettringe, dazu Räucherschinken.

Auf jedem Glas klebt ein Foto von Schwein 1. Wer die Wurst genießen will, sieht das Tier, das zum Zwecke ihrer Herstellung sein Leben lassen musste. Er sieht aber auch: Dieses Schwein hatte ein schönes Leben.

Das Projekt Fleisch ein Gesicht geben ist kurios, provokant und verstörend. Und es trifft den Nerv der Zeit. Aß der Durchschnittsdeutsche 1956 noch 27 Kilogramm Fleisch pro Jahr, sind es heute doppelt so viel. "Ich habe mir überlegt, wie man die Leute zu bewussterem Konsum mit Respekt bringen kann", sagt Dennis Buchmann, der sich die Sache ausgedacht hat.

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