Homöopathie – eine nachhaltig ökologische Medizin

Sieben einsehbare Gründe

Grundstudium
In meinem ersten Beitrag habe ich Ihnen versprochen, zu erläutern, weshalb die klassische Homöopathie zurecht als nachhaltig ökologische Medizin betrachtet werden kann. Ökologie ist die Lehre vom Haushalten, vom Gleichgewicht der Kräfte innerhalb eines Systems. Die Ökologie eines Organismus müsste präziserweise mit Synökologie bezeichnet werden. Es geht dabei um das gleichgewichtige Haushalten, die Ökologie innerhalb eines Systems, das wiederum Teil eines Ökosystems ist, dass man als Lebensraum oder Umwelt bezeichnen kann.
Die Frage ist, wieso wir die Homöopathie als ökologisch nachhaltige Medizin bezeichnen können? Dazu müssen wir zunächst verstehen was während einer klassisch homöopathischen Behandlung mit dem Patienten geschieht. Besser gesagt wie wir die Wirkung von Informationen, die wir mit Hilfe der homöopathischen Arzneien vermitteln, richtig verstehen können.

Wir alle wissen, dass ein Liter Erdöl, den wir in unserem kleinen Gartenteich wieder finden, das ganze Ökosystem des Teiches ins Wanken bringen und darüber hinaus das Gleichgewicht des Ökosystems nachhaltig gefährden kann.

Wir können aber auch erleben, wie unglaublich die Regenerationskraft der Natur sein kann, wenn sie eine Chance dazu erhält. Hier arbeitet das System als Ganzes an einem neuen Gleichgewicht. Vielleicht gibt es für lange Zeit einen Zuwachs an genau jenen Bakterien die helfen bestimmte Schadstoffe zu beseitigen. Aber ich schätze, wenn sie hier auf Utopia unterwegs sind, ist ihnen ohnehin bewusst dass die Natur geneigt ist sich selbst zu helfen, sofern sie eine Chance dazu erhält. Sie dabei zu unterstützen dürfte unser aller Ziel sein.

Ähnlich verhält es sich mit unserem Organismus. Auch der kompensiert zum Beispiel mit seiner Leber die Belastungen durch zu viel Alkohol, Drogen oder schmerzlindernden oder betäubenden Medikamenten. Die Leber als geeignetes Organ innerhalb des Systems versucht den Körper von den belastenden Stoffen zu befreien. Sie bemüht sich das Gleichgewicht wieder herzustellen, den Haushalt in Ordnung zubringen. Wenn der Organismus das nicht von allein schafft, benötigt er Hilfe und hier ist die Frage wie diese Hilfe im Sinne einer Selbsthilfe am effektivsten gestaltet sein kann.

Die Frage ist folglich, welchen Ansatz eine Medizin verfolgen sollte um sich als ökologisch und nachhaltig zu erweisen? Und im Speziellen ob die Homöopathie diesen Anspruch erfüllt?

• Ich habe die These aufgestellt, dass eine Ökologische Medizin weder dem Individuum noch der Umgebung schaden darf. Wie ihnen vielleicht bekannt ist arbeiten wir in der klassischen Homöopathie nahezu ausschließlich mit hoch potenzierten Arzneien. Chemisch gesehen ist in der Dilution Wasser und Alkohol und in den Globuli reiner Milchzucker. Von dieser Seite kann es zudem bei den geringen Mengen keinen Schaden geben. Allerdings muss man Einräumen, dass es bei unsachgemäßem Umgang mit potenzierten Arzneien durchaus möglich ist, dem Patienten zu schaden. Damit ist nicht der Alkoholgehalt in den Dillutionen gemeint und auch nicht der Zucker. Es geht um die so genannte Arzneimittelprüfreaktionen.

Sie wissen vielleicht, dass alle homöopathischen Arzneien von gesunden Menschen in freiwilligen Selbstversuchen geprüft worden sind. Nun muss man erfahren haben wie leicht diese Prüfsymptome erzeugt werden können, wenn unser eigenes Reaktionspotenzial mit dem der Arznei korrespondiert, um nachvollziehen zu können, dass so wenig so viel bewirken kann. Darauf werde ich später noch einmal eingehen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist aber zunächst, dass bei sachgemäßem Umgang eine solch schädliche Wirkung nahezu unmöglich ist. Gleiches kann weder die Phytotherapie, noch die TCM oder die pharmazeutische Medizin von sich sagen. Denn sie arbeiten mit Substanzen, die in der Lage sein müssen, den Organismus materiell zu beienflussen. Pflanzenvergiftungen, Arzneimittelvergiftungen, zahlreiche Nebenwirkungen von Pharmazeutika und sogar die falsch angewandte Akupunktur der TCM könnte dem Patienten mehr schaden als ein sachgemäß verabreichtes homöopathisches Arzneimittel.

Eine zentrale Forderung Hahnemanns war, dass die Medizin dem Patienten nicht schaden darf. Das hatte ihn ja vor seiner Entdeckung dazu gebracht seinen Beruf als Arzt zunächst aufzugeben, denn er sah wie schlecht es den Patienten zum Teil durch die damals üblichen drastischen „Kuren“ ging.

• Weiterhin habe ich gesagt, das eine ökologische Medizin das körperliche, emotionale und geistige Gleichgewicht des Individuums in all seinen vitalen Funktionen fördern sollte. Hahnemann hat im Laufe seiner homöopathischen Praxis zunehmend erleben können wie nachhaltig die Besserungen waren und wie viel mehr seine Patienten im Gleichgewicht waren. In seiner Lehrschrift dem Organon der Heilkunst beschreibt er daher sehr eindringlich, dass von Heilung nur gesprochen werden kann wenn das Gleichgewicht des Patienten nachhaltig wieder hergestellt ist. Mit der schlichten Beseitigung von Symptomen hat er sich nicht zufrieden gegeben. Hatte er doch zu häufig erlebt, wie kurzfristig solches Sinnen ist und dass die Symptome geneigt sind wieder zu kehren, wenn sie nicht in ihrem Ursprung behoben sind.

• Die Forderung ist also, den Patienten so weit wieder herzustellen, dass er sein eigenständiges harmonisches Gleichgewicht und das zwischen sich und seinem sozialen Umfeld sowie seines ökologischen Lebensraums wieder findet. Was bedeutet, dass es nicht als ausreichend angesehen werden kann, einem Patienten mit Migräne ein Schmerzmedikament zu verabreichen. Vielmehr sollte er nachhaltig von seinen Schmerzen befreit sein und sich in seinem sozialen und ökologischen Umfeld frei oder wenigstens leidensfrei bewegen können. Wenn wir beispielsweise einen Hund im Sinne einer ganzheitlich ökologischen Medizin erfolgreich behandeln wollen, der den Tag über in einem zugigen Zwinger verbringt, an einem chronischen Ekzem und Arthrose leidet, aggressiv auf Fremde reagiert und an rastloser Unruhe leidet, werden wir sein Leiden kaum beenden können, in dem wir Ihm Hyaluronsäure (für die Gelenke), Phenylbutazon (gegen die Schmerzen) und Kortison (zum abschwächen der Symptome) verabreichen. Bestenfalls werden damit die Beschwerden gelindert.

Eine klassisch homöopathisch Therapie beginnt mit der Analyse aller Aspekte die zur Dynamik des Leidens gehören, es fördern, unterhalten oder verursachen. Wir versuchen uns ein Bild von dem Leidensmuster des Patienten zu machen, der Art und Weise wie er mit sich und seiner Umwelt zurecht kommt und mit sich und seinen Beschwerden umgeht. Dann erhält er nach der Ähnlichkeitsregel ein Medikament, dass in einem Gesunden ähnliche Symptome erzeugen kann. Wir nennen es das Simile oder Similimum. Dieser Impuls regt den Patienten an sein bisher von Leiden geprägtes Muster im Umgang mit sich und seiner Umwelt zu verändern. Es macht ihn gelassener, mutiger, zuversichtlicher in Bezug auf lösungsorientierte Handlungen. Man kann auch sagen, er ist wieder in der Lage das Licht am Ende des Tunnels zu erkennen.

• Auf diese Weise wirkt die homöopathische Arznei stärkend, stabilisierend und nachhaltig vitalisierend. Im Falle unseres Patienten können Sie nun sagen, aber wie soll er sich denn aus dem Zwinger befreien, der möglicherweise als Ursache für die Ruhelosigkeit, evtl. auch für die Aggressivität angesehen werden kann. Und auch den Tierhalter kann sich das Tier ja nicht aussuchen. Richtig, hier haben wir uns eine sehr wichtige Frage zu stellen. Es ist die Frage nach der Freiheit. Wo beginnt sie, wo hat sie ihren Platz? Was ist wenn wir in beengten Lebensbedingungen stecken. Um die Relativität dieses Erlebens etwas besser zu verdeutlichen bitte ich meine Studenten gern sich vorzustellen Sie säßen in einem Gefängnis. Wie würde es ihnen damit gehen. Welche Möglichkeiten hätten Sie dort gesund zu bleiben, bzw. nicht zu Leiden? Die meisten halten das für relativ unmöglich. Im Umkehrschluss müsste man dann sagen, dass man zwangsläufig krank werden muss, wenn die Lebensbedingungen schlecht sind.

Nun gibt es Menschen wie Karl May oder Nelson Mandela, die lange Zeit auf ein Leben in Freiheit verzichten mussten. Aber sie haben diese Zeit genutzt, sie haben sich auf gesunde Weise mit den Bedingungen arrangiert. Geht man hingegen in Widerstand und ist überzeugt, dass man so nicht leben kann, ist das Leiden vorprogrammiert. Das ist wahrhaftig keine Entschuldigung und schon gar keine Rechtfertigung für schlechte Haltungs- und Lebensbedingungen. Hahnemann war einer der ersten Ärzte, die ausdrücklich auf die Lebensweise hingewiesen, frische Luft und Hygiene für die Patienten gefordert haben. Was ich damit vielmehr ausdrücken möchte, ist, dass ein gesundes, revitalisiertes Wesen mit wesentlich schwierigeren Lebensbedingungen zurecht kommen kann als eines, dem ich lediglich versuche seine Schmerzen zu nehmen.

• Eine ganzheitlich ökologische Medizin wie die klassische Homöopathie fördert daher die Fähigkeit des Individuums sein Leben kreativ und eigenständig gestalten zu können. Das ist im Beispiel unseres Hundes natürlich nicht ohne Unterstützung des Tierhalters möglich. Und wenn er einen Zusammenhang zwischen der Haltungsform und seinem Umgang mit dem Tier nicht gleich erkennen mag und kein Einsehen hat, wie gehen wir im ökologischen Sinne damit um. Klagen wir den Tierhalter an und rufen den Tierschutz an?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es einen wesentlich erfolgreicheren Weg gibt. Das Tier lebt in einem Ökologischen System zu dem auch der Tierhalter gehört. Behandeln wir nun das Tier und regen einen Heilungsprozess an, der den Patienten von seinen Gliederschmerzen befreit, ihn ruhiger werden lässt, den Juckreiz lindert und das Ekzem abheilen lässt, nimmt auch seine Aggressivität ab. Er wird gelassener. Wenn Sie mit einem ausgeglichenen und gelassenen Menschen in einem Raum sitzen hat das eine Wirkung auf Sie, vielleicht lassen Sie sich davon anstecken selbst ein wenig ruhiger zu sein.

Ähnlich wirkt die Genesung des Hundes möglicherweise auf den Tierhalter. Er kann sich dann vielleicht vorstellen, den Hund auch frei auf dem Hof laufen zu lassen. Und vielleicht erlebt er ihn weniger als Last und empfindet weniger Schuld gegenüber seinem Hund, hat sogar wieder Freude und Spass mit ihm und ist glücklich über seine Genesung. Erkennen wir als Homöopathen das reagierende und agierende Umfeld als Teil des Systems an, können wir es nur schwerlich verurteilen. Im Gegenteil ich spreche meinen Studenten gegenüber gern von einem wie ich finde zutiefst homöopathischen Ursprung für Heilung. Es ist ein in Liebe annehmendes Erkennen, das die Voraussetzung für Heilung darstellt. Ein gut gewähltes Globuli bewirkt über das Ähnlichkeitsgesetz eine Art Spiegelung und regt einen Prozess an, der von einem Moment der Selbsterkenntnis ausgeht und einem in Liebe annehmenden Erkennen ähnelt. Mit Antibiotika (gegen das Leben) oder Schmerzmitteln ist dies kaum zu erreichen. Aber es ist ebenso wenig wahrscheinlich mit einem Krautwickel oder anderer Kräutermedizin zu erreichen, es sei denn sie bedient durch Zufall das Ähnlichkeitsprinzip.

• Eine ökologische Medizin lehnt auch aus diesem Grund dauerhafte Abhängigkeiten von medikamentösen Substitutionen ab und fördert statt dessen die Regenerationsfähigkeiten des Individuums. Das bezieht sich auch und im Besonderen auf chronische Krankheiten deren Ursprung möglicherweise Jahre und Jahrzehnte zurückliegt. Man kann von keiner Medizin erwarten, dass Sie all die ungelösten Baustellen, die wir bei chronisch Kranken in der Anamnese geschildert bekommen, auf einmal lösen kann, Aber wir können den Patienten bei seinem Prozess der Selbstheilung begleiten, mit sanften Impulsen, die ihn nicht schädigen und die nur so häufig gegeben werden wie der Patient sie wirklich benötigt und so selten wie möglich um ihn nicht zu entmutigen oder zu überfordern. Eine ganzheitliche, ökologische und nachhaltige Medizin begleitet den Patienten auf seinem Weg der Selbstheilung. Sie versteht sich als Hilfe zur Selbsthilfe und hat einzig die Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts des Patienten als Teil seines Ökosystems im Sinn.

Verfolgen Sie die Diskussion zum Thema auf Utopia.de…
http://www.utopia.de/blog/animlamundi-aktuell/homoeopathie-eine-nachhaltig-oekologische

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