Was sollte eine ökologisch vertretbare Medizin für Mensch und Tier gewährleisten?

Grundstudium
Wenn es um ökologische Themen geht sind wir inzwischen relativ gut informiert. Auch wenn sich das nicht generalisieren lässt, kann man in Deutschland doch von einem relativ weit verbeiteten Umweltbewusstsein ausgehen. Dass ökologisch relevante Erkenntnisse in der Politik und vor allem in der Industrie nur zögerlich umgesetzt werden, ist Grund genug sich bei Utopia zu engagieren.

Wir möchten Gemüse das nicht gespritzt ist und Tiere die nicht in Käfigen gehalten werden. Doch wie weit reicht unser ökologisches Verständnis, wenn es um den eigenen Körper geht oder den unserer Nutz- und Haustiere? Noch immer essen viele Menschen Fleisch das ohne eine lebenslange Antibiotika-Therapie kaum auf unserem Teller gelandet wäre. Fleischskandale hin oder her, am Ende siegt die Lust am Luxuskonsum auf dem Teller. Doch auch hier ist ein positiver Trend zu beobachten. Wenn wir hingegen krank werden, greifen die meisten Deutschen nach wie vor zur Pille. Was läuft hier schief?
Geht es um den Pflanzenbau ist uns klar, dass Kunstdünger und Pestizide inakzeptabel sind. Das dies gewährleistet wird Regeln die ökologischen Anbauverbände in ihren Richtlinien. Doch wenn es um die Tiergesundheit geht, wird der Griff zu Antibiotika selbst in der biologischen Landwirtschaft im Zweifelsfall akzeptiert. Dies geschieht nicht unbedingt mit einem guten Gewissen, aber in der "Not" dennoch nicht so ganz selten. Die Wartezeiten sind in diesen Fällen etwas länger als bei konventionellem Fleisch, doch wieso sind wir bei Pflanzen so viel konsequenter und wieso akzeptieren wir sowohl für uns, als auch für unsere Tiere so viel leichter, dass eine chemische Lösung im Zweifel akzeptabel ist?

Bei näherer Betrachtung lässt sich erkennen, dass dies an einem eingeschränkten ökologischen Bewusstsein für den menschlichen und tierischen Körper liegen mag. Hintergrund dafür ist ein in der modernen Medizin weit verbreitetes mechanistisches Verständnis von den Funktionen des Körpers und die Idee, man könne alle Funktionen steuern, ersetzen oder reparieren. Dieses Konzept klingt verführerisch bequem. Und so erscheint es im Einzelfall womöglich vorteilhafter, ein Antibiotika zu akzeptieren, als sich eingehend mit der Ökologie unserer Körper zu beschäftigen.

Welchen Anspruch sollte eine Medizin erfüllen um sich als ökologisch und nachhaltig zu erweisen?

Man könnte versuchen es wie folgt zusammen zu fassen:
• Sie begreift sich als Förderer einer natürlichen Gesundheit, eines systemischen oder ökologischen Gleichgewichts
• Sie schadet weder dem Individuum noch der Umgebung
• Sie fördert das körperliche, emotionale und geistige Gleichgewicht des Individuums in all seinen vitalen Funktionen.
• Sie fördert ein eigenständiges harmonisches Gleichgewicht zwischen dem Individuum und seinem sozialen und ökologischen Lebensraum.
• Sie wirkt stärkend, stabilisierend und nachhaltig vitalisierend.
• Sie fördert die Fähigkeit des Individuums sein Leben kreativ und eigenständig gestalten zu können.
• Sie lehnt dauerhafte Abhängigkeiten von medikamentösen Substitutionen ab und fördert statt dessen die Regenerationsfähigkeiten des Individuums.

Gemessen an diesen Zielen ist eine kritischen Reflexion gängiger Praktiken in der modernen pharmazeutischen Medizin mehr als überfällig. Der alltägliche Einsatz von Antibiotika, Kortison und anderen hormonellen Präparaten sowie zahlreichen anderen Pharmazeutika erfüllt kaum eine dieser Forderungen. Im Gegenteil machen diese Medikamente den Patienten häufig abhängig und unselbstständig.

Ganzheitliche Therapien wie die Traditionelle Chinesische Medizin TCM oder die klassische Homöopathie verfolgen ökologische Ziele. In der reinsten Form finden wir sie jedoch in der klassischen Homöopathie. Sie kann aus zahlreichen Gründen als wahrhaft ökologische Medizin bezeichnet werden, weil ihr jedes einzelne dieser Ziele zu eigen ist. Wieso das so ist, erfahren Sie im nächsten Blogbeitrag. Nur so viel sei schon mal verraten…

„Schnell, sanft und dauerhaft, so der Begründer der Homöopathie Samuel Hahnemann, soll der Heilungsprozess gestaltet sein, wenn der Heilberufene seiner einzigen und alleinigen Aufgabe, nämlich kranke Menschen oder Tiere gesund zu machen, gerecht werden will.“

Ein Beitrag von Peter Mohr Tierhomöopath und Gründer von animalmundi Institut für klassische Tierhomöopathie und Institut für Ethologie und Tierpsychologie

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